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Der Anfall beginnt meist mitten in der Nacht mit einem bellenden Husten sowie mit Heiserkeit. Beim Einatmen ist ein pfeifendes oder fauchendes Geräusch zu hören. Dieses Geräusch entsteht, wenn die Atemluft auf ihrem Weg zur Lunge im Kehlkopf auf die verengten Stimmritzen trifft.
Ein schwerer Pseudo-Krupp-Anfall zeigt zusätzlich zu dem typischen Bellhusten ein lautes ziehendes Geräusch beim Einatmen. Das Kind leidet unter deutlicher Atemnot, die noch durch die Angst des Kindes verstärkt wird. Diese Angst erzeugt eine Unruhe, wodurch der Sauerstoffbedarf weiter erhöht wird.
Im allgemeinen besteht bei einem Pseudo-Krupp-Anfall keine Lebensgefahr. Nur wenn die Atemwege längere Zeit stark verengt sind und wenn die Schwellung der Kehlkopfschleimhaut nicht zurückgeht, kann Erstickungsgefahr auftreten. Die Hautfarbe des Kindes wird dann blaßgrau, die Lippen und die Fingernägel sind bläulich verfärbt. Im fortgeschrittenen Stadium kann die gesamte Haut eine bläulich-violette Farbe annehmen. Der Puls ist beschleunigt aber nur noch schwach zu fühlen. Man sieht an der Bewegung der Nasenflügel, wie schwer das Kind atmet. Bei einem solchen Anfall mit Erstickungserscheinungen sollten Sie sofort handeln und einen Arzt rufen (!) oder das Kind mit dem Notarztwagen - keinesfalls im eigenen Auto - in die Klinik bringen.
Auch bei einem leichteren Anfall sollten Sie immer mit Ihrem Arzt oder Notarzt sprechen, der Sie über das weitere Vorgehen beraten wird.
Was ist Pseudokrupp? Unter diesem Krankheitsbegriff versteht man eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder mit teilweisem Verschluss der Atemwege. Dadurch kann starke Atemnot entstehen.
Infolge der Entzündung schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes vor allem an den Stimmbändern stark an. Die Atemluft, die auf dem Weg in die Lunge zwischen den Stimmbändern hindurch muss, kann dieses Hindernis nur mit großer Anstrengung überwinden. Zusätzlich kann die Atmung noch durch zähen Schleim, der durch die engen Luftwege nicht mehr abgehustet werden kann, behindert werden.
Die typischen Beschwerden: Pseudo-Krupp tritt anfallsweise mit bellendem Husten und Heiserkeit auf - meist plötzlich nachts ohne Vorwarnung oder nachdem am Tag zuvor Anzeichen einer Erkältung (z.B. Schnupfen, Halsschmerzen) vorlagen. Jeder Atemzug des Kindes ist von einem pfeifenden oder fauchenden Geräusch begleitet. Atemnot, Erstickungsängste, Herzklopfen und Unruhezustände können die Folge sein.
Die Ursachen des Pseudo-Krupp: Der Pseudo-Krupp wird wahrscheinlich meist durch Viren, seltener durch Bakterien hervorgerufen. Er kann aber auch im Rahmen einer allergischen Reaktion auftreten und sich vom Kehlkopf auf die Luftröhrenschleimhaut ausbreiten.
Luftschadstoffe begünstigen das Auftreten eines Pseudo-Krupp-Anfalls.
Unbestritten ist auch, ähnlich wie bei anderen Atemwegserkrankungen im Kindesalter, daß Pseudo-Krupp gehäuft in Raucherfamilien auftritt.
Das Auftreten eines Pseudo-Krupp-Anfalls Besonders gefährdet sind Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Kinder dieser Altersgruppe haben wachstumsbedingt noch einen kleinen Kehlkopf, wodurch sich die Atemwege leicht verschließen können, wenn es zu einer Entzündung in diesem Bereich kommt. Die Krankheit kann jedoch auch noch bis zum sechsten Lebensjahr auftreten.
Jungen werden häufiger als Mädchen vom Pseudo-Krupp betroffen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß Pseudo-Krupp vom Wetter und von der Jahreszeit abhängig ist. Gehäuft treten die Anfälle im Herbst und im Winter, vor allem bei nasskalter Witterung auf.
Welche Medikamente/Behandlungen helfen?
Zum Abschwellen der Schleimhäute haben sich Cortison-Präparate bewährt. Meist wird den Kindern das Medikament in Zäpfchenform verabreicht. Eine kurzfristige Anwendung auch in höherer Dosierung ist für das Kind nicht schädlich - die Behandlung von Pseudo-Krupp mit Cortison ist im allgemeinen in 1-2 Tagen abgeschlossen. Angst müssen Sie nicht vor Cortison-typischen Nebenwirkungen haben, da sie nur bei längerer regelmäßiger Einnahme und diese nicht bei gelegentlichem Notfallgebrauch auftreten.
Wichtig ist vor allem, daß Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt wenden. Er wird Sie genau über das verordnete Präparat informieren. Bei ihm erhalten Sie auch weiterführende Informationen zu der Erkrankung. Ihr Arzt wird auch entscheiden, ob zur Behandlung noch weitere Medikamente, wie zum Beispiel Sekrolytika, notwendig sind.
Tipps für Eltern: Bei einem akuten Pseudo-Krupp-Anfall ist das Wichtigste, daß Sie die Ruhe bewahren und Ihr Kind beruhigen. Nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm. -Kühle, feuchte Luft erleichtert das Atmen. -feucht-kalte Halswickel -Geben Sie Ihrem Kind z. B. Mineralwasser in kleinen Schlucken zu trinken.
Vorbeugung Es gibt leider keine einzige vorbeugende Maßnahme, die mit Sicherheit einen Pseudo-Krupp-Anfall verhindert. Dennoch haben wir nachfolgend einige Tipps, die wir von Kinderärzten erhalten haben, aufgeführt. Die Tipps beziehen sich überwiegend auf die kalte, feuchte Jahreszeit - die Hauptsaison für Pseudo-Krupp: Kümmern Sie sich um das rechtzeitige "Abhärten" des Körpers Ihres Kindes durch viel Bewegung an der frischen Luft, abwechslungs- und vitaminreiche Ernährung, Wechselduschen. Sorgen Sie für feuchte Luft im Kinderzimmer. Lassen Sie Ihr Kind mit erhöhtem Oberkörper schlafen. Rauchen Sie in der Gegenwart Ihrer Kinder nicht, denn durch den Rauch werden die Schleimhäute von Säuglingen und Kleinkindern besonders gereizt. Halten Sie ein vom Arzt verordnetes Medikament (z.B. Zäpfchen) für den Notfall bereit. Sprechen Sie auf alle Fälle immer mit Ihrem Arzt!
Quelle: pseudokrupp.de
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